19 Zentimeter bei Kaub: Deutschlands wichtigste Wasserstraße steht still
19 Zentimeter bei Kaub: Deutschlands wichtigste Wasserstraße steht still
Einstieg
Am Engpass Kaub steht die Güterschifffahrt still. Der Pegel zeigt am Mittwochmittag 19 Zentimeter – so wenig, dass seit Stunden kein Güterschiff mehr auftaucht. Dabei gehören mehr als 300 pro Tag zur Normalität an Deutschlands wichtigster Schifffahrtsstraße. 19 Zentimeter: Das ist die Zahl, auf die eine ganze Branche gerade schaut.
Ausgangslage
Die Trockenheit hat die deutsche Binnenschifffahrt erfasst. Der Rhein hat in dieser Woche an vielen Orten historische Niedrigstände erreicht und nähert sich einem historischen Rekordtief. Das ist kein Randthema der Logistik: Für die Stahl-, Chemie- und Pharmabranche ist die Schifffahrt auf dem Rhein lebenswichtig. Ein großer Teil der Rohstoffe und Vorprodukte wird nicht über die Straße, sondern über das Wasser transportiert. Auch deshalb beobachten Industrie und Reedereien die Pegelstände dieser Tage mit anderen Augen als sonst.
Das Problem
Die Zahlen am Engpass machen das Ausmaß deutlich, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz.net) berichtet: Der Pegel liegt am Mittwochmittag bei 19 Zentimetern. Erst zusammen mit dem Fahrrinnenwasserstand von rund 113 Zentimetern bei Pegel null ergibt sich die tatsächliche Wassertiefe – insgesamt rund 132 Zentimeter. So wenig Wasser reicht gerade noch für eine kleine Fähre, deren Kapitän sagt, sie könne „höchstens zu einem Viertel beladen“ werden (Zitat nach faz.net). Für Güterschiffe, die auf Tiefgang angewiesen sind, ist das kein Fahrwasser mehr: Seit Stunden taucht keines am Engpass auf. Kaub, das Nadelöhr der deutschen Binnenschifffahrt, ist leer.
Ansatz und Hintergrund
Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Nach den ELWIS-Vorhersagen der Bundesverwaltung soll das Wasser in den nächsten Tagen weiter zurückgehen. Der Engpass Kaub ist dabei nur der sichtbarste Punkt einer allgemeinen Trockenheit: An vielen Orten entlang des Rheins wurden in dieser Woche historische Niedrigstände gemessen. Wer auf den Fluss angewiesen ist, kann vorerst nur abwarten – der Pegel bestimmt den Fahrplan, nicht die Reederei.
Ergebnis und Ausblick
Der Ausblick folgt dem Pegel: weiter runter. Solange das Wasser fällt, bleibt Kaub ein Engpass, an dem die Güterschifffahrt faktisch stillsteht. Wann wieder mehr als 300 Schiffe täglich passieren, entscheidet allein das Wetter – und das, so die Vorhersage, bringt vorerst kein Wasser. Die Fähre fährt noch. Aber auch sie nur zu einem Viertel beladen.
Was man daraus mitnehmen kann
Infrastruktur wird erst sichtbar, wenn sie fehlt. Der Rhein erinnert gerade daran, wie stark vermeintlich reibungslose Lieferketten von einem einzigen Faktor abhängen – hier vom Wasserstand. Wer seine Versorgung auf einen solchen Weg baut, sollte die Pegelstände im Blick behalten. Bei Kaub stehen sie gerade bei 19 Zentimetern.
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Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz.net), Meldung vom Mittwoch; Wasserstandsvorhersagen: ELWIS (Bundesverwaltung).