Weisheit des Tages „Wer bei Wikipedia spendet, der freut sich auch, die GEZ zu zahlen.“ „Kein Geheimnis: Da Vinci hatte eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, deshalb hat er die 9 und die 6 verwechselt.“ „Passwort 123456 kann man machen. Man kann auch den Haustürschlüssel unter die Fußmatte legen und ein Schild dranhängen.“ (Horst Hacker) „Windows Home Server kann man machen. Man kann sich auch den ganzen Tag mit dem Hammer auf den Kopf hauen.“ (Horst Hacker)
Lotto vor 20 JahrenSa., 21.10.200611721243947Superzahl 8Quelle 1Quelle 2

Aktenliste · Seite 3

  1. BEO-2026-049Technik Nachtrag zu: Der falsche Hinweis: Wenn eine KI die Polizei anschreibtNachtrag zum Artikel Der falsche Hinweis: Wenn eine KI die Polizei anschreibt (BEO-2026-004, 16. Oktober 2026).
  2. BEO-2026-048Technik Nachtrag zu: Vertrauenswürdige KI aus GarchingNachtrag zum Artikel Vertrauenswürdige KI aus Garching (BEO-2026-003, 16. Oktober 2026).
  3. BEO-2026-047Nachtrag zu: Der Mittelwert lügt: KI schafft und streicht Arbeit zugleichNachtrag zum Artikel Der Mittelwert lügt: KI schafft und streicht Arbeit zugleich (BEO-2026-016, 18. Oktober 2026).
  4. BEO-2026-046Son Banya: Palmas Siedlung am FlughafenFoto: Der Spanier für Both Eyes Open, veröffentlicht mit dessen Genehmigung. Personen und Kennzeichen unkenntlich gemacht. Direkt neben dem Flughafen von Palma de Mallorca liegt …
  5. BEO-2026-045Folgeartikel zu: Vertrauenswürdige KI aus Garching – Offene Fragen an John DoeFolgeartikel zum Artikel Vertrauenswürdige KI aus Garching (BEO-2026-003).

Akte John Doe

Akte John Doe

Rolle: KI-Assistent

Einsatz: Mit John Doe baue ich mein eigenes System Schritt für Schritt auf. Ich schreibe den ganzen Tag mit ihm.

Stand: Der Aufbau läuft noch und ist nicht abgeschlossen.

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Akte Jane Doe

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Rolle: KI für den Blog

Einsatz: Mit Jane Doe bearbeite ich meine Blogbeiträge zur Weiterbildung.

Arbeitsweise: Jane Doe bekommt nur die anonymisierte Fassung mit Dummy-Daten.

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Akte Der Spanier · neuester beitrag

Son Banya: Palmas Siedlung am Flughafen

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kommt aus Spanien

210904Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Foto: Der Spanier für Both Eyes Open, veröffentlicht mit dessen Genehmigung. Personen und Kennzeichen unkenntlich gemacht.

Direkt neben dem Flughafen von Palma de Mallorca liegt eine Siedlung, über die die Inselpresse seit Jahren berichtet: Son Banya. Offiziell heißt das Viertel Son Riera. In der deutschsprachigen Inselpresse läuft es meist unter dem Etikett „Drogendorf“. Dieser Beitrag sammelt, was sich aus seriösen Quellen belegen lässt, und markiert, was offen bleibt.

Lage

Son Riera, „más conocido popularmente como Son Banya“, liegt im Bezirk Levante von Palma. Laut spanischer Wikipedia grenzt das Viertel an Coll d’en Rabassa, den Flughafen und Son Ferriol. Erreichbar ist es mit einer einzigen Linie der städtischen Busgesellschaft EMT, der Linie 18 (Wikipedia ES). Die Zeitung okdiario beschreibt das Gelände als städtisches Grundstück „colindante al aeropuerto de Son Sant Joan“, also direkt neben dem Flughafen (okdiario). Die Mallorca Zeitung spricht von einer Siedlung „außerhalb der Stadtgrenze“ (Mallorca Zeitung, 10.01.2025). Wikipedia führt Son Banya dagegen als Viertel im Bezirk Levante. In diesem Punkt widersprechen sich die Quellen.

Entstehung

Nach Wikipedia entstand die Siedlung 1968. Grundlage war eine Vereinbarung mit der Asociación Pro Integración de los Gitanos de Mallorca (INGIMA) unter Leitung von Pater Sabater. Der Verein erhielt Grundstücke neben dem Flughafen, um 124 Wohnungen für rund 600 Menschen zu bauen. Die meisten kamen aus den Barackensiedlungen von El Molinar und Son Pardo (Wikipedia ES). Die Mallorca Zeitung fasst zusammen, Son Banya sei „zu Franco-Zeiten gebaut“ worden, um die Gitanos „aus der touristischen Ecke El Molinar zu locken“ (Mallorca Zeitung, 10.01.2025). Laut Mallorca Magazin gehören die Grundstücke „seit 1970“ der Stadt Palma (Mallorca Magazin, 15.10.2025). Das Jahr 1968 bezeichnet laut Wikipedia die Vereinbarung. Wann die Häuser fertig waren und bezogen wurden, nennen meine Quellen nicht.

Soziale Lage

Belastbare aktuelle Sozialdaten habe ich nicht gefunden. Wikipedia nennt 374 Einwohner für 2007 (INE) und 353 für 2018 (Wikipedia ES). Eine neuere Zahl habe ich nicht gefunden. Die Mallorca Zeitung schreibt, das Viertel sei in den Jahrzehnten nach seiner Gründung „immer mehr“ verkommen (Mallorca Zeitung, 10.01.2025). Die Stadt spricht in Mitteilungen von „vulnerablen“ Bewohnern, die umgesiedelt werden sollen (okdiario). Seriöse Angaben zu Einkommen, Schulbesuch oder Gesundheit fehlen in meinen Quellen.

Drogenhandel und Razzien

Bekannt ist Son Banya vor allem als Umschlagplatz für Drogen. Mallorca Magazin zitiert die Bezeichnung „größter Drogensupermarkt der Insel“ (Mallorca Magazin, 15.10.2025). Laut Última Hora stehen die Verkaufsbuden am Eingang der Siedlung (Última Hora, 04.09.2026). Polizei und Stadt reißen diese Buden regelmäßig ab, und regelmäßig stehen sie wieder.

Einige Einsätze im Überblick:

Abriss und Umsiedlung

In der Legislaturperiode 2015 bis 2019 einigte sich der Stadtrat einstimmig darauf, die Siedlung aufzulösen. Seitdem haben laut okdiario (Stand Januar 2025) 203 Menschen in 48 Familien Son Banya verlassen, darunter 85 Minderjährige (okdiario). Der Abrissvertrag ging im Dezember 2020 an die Firma Vitrac Obra Pública SL. Er lief im Dezember 2024 aus und wurde im Januar 2025 bis Oktober 2027 verlängert. Bis dahin waren 28,5 Prozent der Vertragssumme abgerufen, gut 195.000 Euro. Wie viele Hütten schon abgerissen sind, konnte die Stadt nicht sagen. Im Jahr 2024 wurden sieben Familien umgesiedelt, und das Ibavi stellte drei weitere Wohnungen bereit (Diario de Mallorca, 08.01.2025). Laut okdiario stehen noch 95 bewohnte Hütten, und rund 30 Familien warten auf eine Wohnung im Umsiedlungsprogramm. Für den restlichen Abriss sind 491.000 Euro für die Haushaltsjahre 2025 bis 2027 vorgesehen. Das Hauptproblem nannte Rathaussprecherin Mercedes Celeste ganz direkt: „la falta de vivienda“, es fehlt an Wohnraum.

Parallel dazu geht die Stadt juristisch vor. Im Oktober 2025 ordnete ein Gericht erster Instanz die Räumung einer Hütte in der Calle 3 an und bestätigte die Stadt als Eigentümerin. Die Bewohner hatten sich auf eine mündliche Erlaubnis berufen, konnten sie aber nicht belegen (Mallorca Magazin, 15.10.2025).

Stand Herbst 2026

Son Banya existiert weiter. Die vollständige Räumung ist an Ersatzwohnungen gebunden, die kaum zu finden sind. Die Verkaufsbuden werden abgerissen und wieder aufgebaut. Última Hora nennt das „la historia de nunca acabar“, die Geschichte ohne Ende. Ob die Frist im Oktober 2027 hält, ist offen.

Was offen bleibt

Wann die Häuser gebaut und bezogen wurden, geht aus meinen Quellen nicht hervor. Eine aktuelle Einwohnerzahl fehlt ebenso wie belastbare Daten zu Einkommen, Schulbesuch und Gesundheit. Wie viele Hütten noch stehen, ist unklar: Die Stadt nannte im Januar 2025 keine Zahl, okdiario spricht von 95 bewohnten Hütten, die Mallorca Zeitung nennt die 95 eine Schätzung. Ob das Gelände innerhalb der Gemeindegrenze liegt, beantworten Wikipedia und Mallorca Zeitung unterschiedlich. Über Entwicklungen nach dem 4. September 2026 habe ich nichts gefunden.

Quellen

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Akte Der Fahrradfahrer · neuester beitrag

Drogenkonsum in Nairobi: Was die Daten zeigen

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211805Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Text: der Fahrradfahrer

Ein Freund fragte, wie es um den Drogenkonsum in Nairobi steht. Anlass war ein ZDF-Beitrag über „Jaba Juice“, aber die Frage ist größer: Was wird in der Stadt konsumiert, von wem, wie verbreitet, mit welchen Folgen, was ist erlaubt und wo gibt es Hilfe? Ich habe dazu Erhebungen, Gesetze, Studien und Presseberichte gelesen. Selbst vor Ort war ich nicht.

Nairobi vom Nationalpark aus. Bildnachweis: Shadychiri, CC BY 4.0, Wikimedia Commons.

Kurze Einordnung

In Nairobi treffen legale Alltagsdrogen wie Alkohol und Khat auf einen Markt für Cannabis und, in kleinen Gruppen, für Heroin. Die Probleme sind sehr ungleich verteilt.

Überblick in Zahlen

Die beste Zahlenbasis ist die nationale Erhebung der NACADA, der kenianischen Behörde für die Kampagne gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch. Sie wird alle fünf Jahre durchgeführt, zuletzt 2022, und befragt Menschen zwischen 15 und 65 Jahren in allen 47 Counties. Ausgewertet wurden 3.314 Interviews. Das ist eine Haushaltsbefragung: Wer auf der Straße lebt oder nicht antworten will, fehlt darin. Die Werte sind also eher Untergrenzen. „Aktueller Konsum“ meint dabei den Gebrauch in den letzten 30 Tagen.

Kenia insgesamt: Laut NACADA nutzten 2022 17,5 Prozent der 15- bis 65-Jährigen aktuell mindestens eine Substanz, das sind hochgerechnet rund 4,7 Millionen Menschen. Am weitesten verbreitet ist Alkohol (11,8 Prozent), danach Tabak (8,5), Khat (3,6) und Cannabis (1,9).

Aktueller Konsum (15 bis 65 Jahre), Kenia gesamt und Region Nairobi. Quelle: NACADA, National Survey on the Status of Drugs and Substance Use in Kenya 2022, Kurzfassung.

In Nairobi liegt der Anteil derer, die mindestens eine Substanz nutzen, mit 19,1 Prozent etwas über dem Landesschnitt. Mehrfachkonsum, also mehrere Substanzen gleichzeitig, liegt in Nairobi bei 8,4 Prozent, nach der Küstenregion mit 10,5 Prozent.

Die Substanzen einzeln

Nairobi hat laut NACADA den höchsten Anteil beim industriell hergestellten, legalen Alkohol (10,3 Prozent). Beim gesamten Alkoholkonsum und beim illegal gebrannten Chang’aa liegen dagegen andere Regionen vorn, vor allem Western. Chang’aa ist ein traditionell destillierter Schnaps; das Alcoholic Drinks Control Act 2010 erlaubt solche Getränke nur mit Lizenz. Dasselbe Gesetz verbietet, Alkohol wissentlich an unter 18-Jährige abzugeben (Paragraf 28); darauf stehen bis zu 150.000 Schilling Geldstrafe, bis zu einem Jahr Haft oder beides. 67,4 Prozent der Befragten in Nairobi hatten den Eindruck, dass in ihrem Umfeld mehr Minderjährige trinken; das ist ein Wahrnehmungswert, keine Messung.

Regelmäßig in den Nachrichten ist der sogenannte „second generation“-Alkohol, billige Spirituosen in kleinen Beuteln oder Flaschen. Im März 2024 setzte die Regierung laut The Standard alle Lizenzen der Hersteller aus; sie mussten sich neu bewerben.

Das tödlichste Risiko ist gepanschter Alkohol. Methanol, ein billiger technischer Alkohol, wird manchmal zugesetzt, um Getränke stärker zu machen; schon kleine Mengen können zu Blindheit und Tod führen. Im Mai 2014 starben nach einer Auswertung von Ärzte ohne Grenzen (PLOS One, 2016) in Zentralkenia 100 von 341 Vergifteten, im Juli 2014 in Westkenia 26 von 126. Die Regierung riet laut BBC von Alkohol aus Beuteln, Plastikflaschen und Kanistern ab. Die Daten sind über zehn Jahre alt. Im Februar 2024 starben im Kirinyaga-County laut Daily Nation mindestens 17 Menschen nach dem Konsum eines verunreinigten Getränks; ob Methanol die Ursache war, ist in den Berichten nicht belegt.

Methanolvergiftungen in Kenia 2014 (Daten von 2014, veraltet). Quelle: Rostrup et al., PLOS One 2016.

Khat, Miraa, Jaba, Muguka

Khat heißt in Kenia Miraa, umgangssprachlich auch Jaba; Muguka ist eine billigere und stärkere Sorte. Die Blätter enthalten die anregenden Wirkstoffe Cathinon und Cathin. In Nairobi kauen nach NACADA 4,9 Prozent der Erwachsenen aktuell Khat, landesweit 3,6 Prozent, hochgerechnet rund 965.000 Menschen. Ein ZDF-Bericht nennt 650.000 regelmäßig Konsumierende. Die Zahl dürfte anders definiert sein; eine Quelle nennt das ZDF dafür nicht.

Khatstrauch (Catha edulis). Bildnachweis: Katpatuka, gemeinfrei (Public Domain), Wikimedia Commons.

Khat ist in Kenia legal. Als drei Küsten-Counties im Mai 2024 Muguka verboten, erklärte Präsident Ruto die Verbote laut BBC für nichtig: Muguka sei nach dem Crops Act 2013 und den Miraa Regulations 2023 eine zugelassene Nutzpflanze. Neu ist, dass Khat in Nairobi auch als Saft verkauft wird. Ein Hersteller begann damit 2019 und vertreibt seine Flaschen über Spirituosenläden in Nairobi, Mombasa und Eldoret, berichtete Farmers Review Africa 2023. Für Säfte aus Khat gibt es laut dem Hersteller noch keine eigenen Regeln.

Cannabis

Auffällig ist vor allem Cannabis (in Kenia meist „bhang“ genannt). Mit 6,3 Prozent aktuellem Konsum liegt Nairobi weit vor allen anderen Regionen; Nyanza folgt mit 2,4 Prozent. Landesweit hat sich die Zahl der Cannabis-Konsumierenden laut NACADA innerhalb von fünf Jahren um 90 Prozent erhöht. Fast die Hälfte der aktuellen Konsumierenden (47,4 Prozent) stufte die Erhebung als abhängig ein.

Heroin und Injektionen

Heroin und Kokain spielen in der Haushaltsbefragung kaum eine Rolle; weniger als ein Prozent hat sie laut NACADA jemals genommen. In bestimmten Gruppen sind die Folgen aber schwer. Kenia liegt an der „Südroute“, über die afghanisches Heroin auf Daus über den Indischen Ozean nach Ostafrika kommt. Das UNODC schreibt allerdings, zuletzt gehe davon „little for Kenya“, das meiste nach Mosambik und Tansania. Die Mitgliedsländer berichten trotzdem von einer gefühlt steigenden Nachfrage, die sich mangels Daten schwer messen lasse.

Wie viele Menschen in Nairobi Drogen spritzen, lässt sich nur schätzen. Eine Kartierung des nationalen HIV-Programms NASCOP von 2018 (veröffentlicht 2024) kam landesweit auf rund 16.063 Menschen, die Drogen injizieren; 31 Prozent davon in Nairobi, 85 Prozent Männer, 11 Prozent unter 18 Jahren. Gezählt wurde nur, wer an bekannten Treffpunkten anzutreffen war. Ein Modellbericht der kenianischen Aids-Behörde NSDCC von 2024 rechnet mit einer nationalen Schätzung von 26.673.

Inhalanzien bei Kindern auf der Straße

Über Kinder auf der Straße gibt es wenig aktuelle Daten. Eine ethnografische Arbeit von 2010 aus Ruiru am Stadtrand von Nairobi beschreibt das Schnüffeln von Schusterkleber als Teil des Alltags. Die Kinder nutzen ihn gegen Hunger, Kälte und Scham. Die dort zitierte Zahl von über 60.000 Straßenkindern in Nairobi stammt von 2004 und ist veraltet.

Shisha und Tabak

Shisha ist seit Dezember 2017 verboten. Die Public Health (Control of Shisha Smoking) Rules untersagen Import, Herstellung, Verkauf und Konsum. Eine 2021 veröffentlichte Studie besuchte 200 Lokale in Nairobi: 81,5 Prozent hielten sich an das Verbot, in 16,5 Prozent wurde trotzdem Shisha geraucht, in Clubs häufiger als in Restaurants.

Wer konsumiert

Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen: Bei Männern war es jeder Dritte, bei Frauen jede Sechzehnte. Nairobi hebt sich vor allem bei Cannabis und legalem Alkohol vom Rest des Landes ab, Chang’aa ist dagegen in Regionen wie Western verbreiteter.

Junge Erwachsene an Hochschulen konsumieren auffallend häufig. In einer Studie unter Erstsemestern der University of Nairobi (PLOS One, 2020, Daten 2018/19) hatten 25,4 Prozent schon einmal Alkohol oder andere Substanzen genommen; Frauen seltener als Männer. Eine landesweite NACADA-Erhebung unter 15.678 Studierenden von 2024 fand für den letzten Monat: 26,6 Prozent mindestens eine Substanz, 18,6 Prozent Alkohol, 10,7 Prozent Cannabis und 10,2 Prozent Khat. Gesonderte Werte für Nairobi nennt die Kurzfassung nicht.

Studierende in Kenia, Konsum im letzten Monat. Quelle: NACADA, Status of Drugs and Substance Use among University Students in Kenya 2024, Kurzfassung.

Gesundheit und HIV

Für Menschen, die in Nairobi Drogen spritzen, ist HIV das größte Risiko. Eine Studie mit Daten von 2011 fand eine HIV-Prävalenz von 18,7 Prozent. Eine spätere Erhebung (BMC Public Health, 2021) kam für Nairobi auf 18,3 Prozent; bei Frauen lag der Wert bei 44,5 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung waren es laut einer Studie von 2021 4,5 Prozent. Prävalenz bezeichnet den Anteil der Menschen, die zu einem Zeitpunkt infiziert sind.

HIV-Prävalenz im Vergleich. Quellen: BMC Public Health 2021 (Menschen, die Drogen spritzen), J Subst Abuse Treat 2021 (Gesamtbevölkerung).

Der NSDCC-Bericht von 2024 zählt Nairobi zu den Counties mit den meisten HIV-Neuinfektionen bei Menschen, die Drogen spritzen, neben Mombasa und Kilifi.

Recht und Polizei

Das zentrale Gesetz ist der Narcotic Drugs and Psychotropic Substances (Control) Act von 1994, zuletzt 2022 geändert. Besitz von Cannabis ist strafbar. Weist die Person nach, dass es nur zum Eigenverbrauch bestimmt war, drohen bis zu fünf Jahre Haft oder bis zu 100.000 Schilling Geldstrafe. Für andere Betäubungsmittel wie Heroin sieht das Gesetz schon bei weniger als einem Gramm mindestens fünf Millionen Schilling oder mindestens fünf Jahre Haft oder beides vor. Gerichte können zusätzlich eine Behandlung von mindestens sechs Monaten anordnen. Belastbare aktuelle Zahlen zu Festnahmen und Beschlagnahmungen in Nairobi habe ich in offiziellen Quellen nicht gefunden.

Hilfe und Schadensminderung

Kenia setzt auch auf Schadensminderung (englisch „harm reduction“): Angebote, die Gesundheitsschäden verringern, ohne Abstinenz vorauszusetzen. 2014 eröffnete am Mathari-Krankenhaus in Nairobi die erste Klinik des Landes für medikamentengestützte Behandlung (MAT) mit Methadon, 2017 folgte eine zweite im Ngara Health Centre. Laut dem Ciheb der University of Maryland, das beide mit aufgebaut hat, waren dort bis Januar 2021 insgesamt 2.262 Menschen aufgenommen, 1.137 kamen täglich. Die Kliniken bieten außerdem HIV-Tests, HIV-Therapie, Hepatitis- und Tuberkulosebehandlung sowie Hilfe bei Überdosierung. Das Grundprinzip beschreibt Ciheb so: Abstinenz sei keine Voraussetzung für Hilfe. Daneben gibt es Nadel- und Spritzenprogramme (Studie, 2021). Die Studie zu 679 HIV-positiven Menschen, die Drogen spritzen, zeigt den Nutzen: Mit Methadon waren 96 Prozent in HIV-Therapie und 78 Prozent hatten eine unterdrückte Viruslast, ohne Methadon waren es 87 und 65 Prozent.

Wer in Kenia Hilfe sucht, kann die kostenlose Hotline 1192 der NACADA anrufen. Sie ist laut Servicecharta der Behörde rund um die Uhr erreichbar und vermittelt Beratung und Therapieplätze; Ende 2025 meldete die NACADA nach einer Unterbrechung den vollen Betrieb der Hotline.

Ausblick

Kenia setzt zugleich auf Verbote und Lizenzsperren sowie auf Methadon und Spritzentausch. Die nächste nationale NACADA-Erhebung wäre turnusgemäß 2027 fällig und dürfte zeigen, ob der Cannabis-Anstieg anhält.

Was offen bleibt

Die NACADA-Erhebung 2022 ist die einzige große Datenbasis; wie sich Saft-Khat oder die Lizenzsperre von 2024 auf den Konsum ausgewirkt haben, misst bisher niemand.

Quellen

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Akte Horst Hacker

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Elektro, Jazz und lange Nächte: Partys und Konzerte ab 23. Oktober 2026

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230914Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Heute Abend geht es los, und bis Ende November ist kaum ein Wochenende frei: Jazz mit Elektronik in Leipzig, Psytrance in Dresden, Hardtekk in Magdeburg und Schranz in Münster. Hier ist meine Auswahl, sortiert nach Genre, mit Schwerpunkt Mitteldeutschland. Zu jedem Termin stelle ich einen Hauptact vor und, wo das Line-up es hergibt, einen zweiten Namen. Jede Angabe hat einen Link auf die Seite, auf der ich sie heute geprüft habe (Stand 23.10.2026). Termine ändern sich, deshalb vor dem Losgehen bitte noch einmal beim Veranstalter nachsehen.

Die Termine auf einen Blick

DatumOrtGenreHauptactZweiter ActQuelle
Fr 23.10.Leipzig, Alter Speisesaal der StadtwerkeElektro-JazzGeza Cotard–Jazzclub Leipzig
Fr 23.10.Leipzig, WERK 2Jazz Rap, Neo-SoulSorvinaSarah Farina (DJ)Jazztage-Programm
Fr 23.10.Dresden, StromwerkPsytranceNeelix–Stromwerk
Sa 24.10.Leipzig, DistilleryTechnoJerome HillLydmateregioactive
Fr 30.10.Magdeburg, Ellen NoirHardtekk, HardtechnoHaimkindoffenregioactive
Fr 30.10.Leipzig, elipamanokePsytranceAtacamaExotypeSachsentrance
Sa 31.10.Leipzig, PolikylPsytranceAtyssStrix AlucoSachsentrance
Fr 06.11.Leipzig, elipamanokeHouseBBetriebswirtMathildaEVRYVIBE
Do 12.11.Nürnberg, Z-BauJazzoffenoffenPRINZ
Fr 13.11.Dresden, Blue NoteNu JazzNujakasha–urbanite
Fr 13.11.Halle, PaletteTechnooffenoffenunowli
Fr 13.11.Halle, KaiserdromTrance, HardtechnoPart Time KillerKalte LiebePRINZ
Sa 14.11.Münster, Fusion ClubSchranzFelix Kröcheroffenticket.io
Sa 21.11.Dresden, Jazzclub TonneDownbeat-JazzJo Aldingers Downbeatclub–joaldinger.de
Sa 28.11.Halle, CapitolTechnooffenoffenCapitol Halle
Mo 30.11.Wuppertal, Live Club BarmenNu JazzNu Jazz Brothers–mvp.de

Elektro-Jazz, Nu Jazz und Live-Elektronik

Die Leipziger Jazztage laufen laut Jazzclub Leipzig vom 17. bis 25. Oktober 2026. Am Freitag, 23.10., spielt das Duo Geza Cotard um 18 Uhr im Alten Speisesaal der Leipziger Stadtwerke »Energy is a Terrible Thing to Waste«, ein Sitzkonzert. Der Jazzkalender beschreibt den Sound als präzise Elektronik, komplexe Rhythmen und flirrende Arpeggios, die das Duo selbst »Angstpop« nennt. Der Abend läuft in der Reihe »Sound of Leipziger«.

Am selben Abend um 20 Uhr steht Sorvina im WERK 2 auf der Bühne. Laut Programm verbindet sie Jazz Rap, Neo-Soul, Gospel und Alternative Hip-Hop, ihre Songs handeln von Selbstentdeckung, Queerness, Heilung und Lebensfreude. Danach legt Sarah Farina auf: Bass Music, Breaks und Jungle, ein Stil, den sie selbst »RainbowBass« nennt.

In Dresden spielt am 13.11. Nujakasha im Blue Note. Laut urbanite ein dreiköpfiges, rein instrumentales Projekt mit Schlagzeug, Bass, Piano, Synthesizer und Violine, inspiriert von Hip-Hop, Jazz und Soul, mit dem ersten Longplayer im Gepäck. Am 21.11. um 20 Uhr folgt im Jazzclub Tonne das Album-Release-Konzert von Jo Aldingers Downbeatclub, so steht es auf der Terminseite des Künstlers.

Etwas außerhalb des Schwerpunkts: Am 30.11. um 20 Uhr spielen in Wuppertal Dirk Sengotta’s Nu Jazz Brothers eine Release-Preview von »Your Way«. Laut mvp.de hat Schlagzeuger Dirk Sengotta die Band gegründet und schreibt die Stücke, die Jazz mit Hip-Hop-Beats verbinden. Zur Größe der Band nennt dieselbe Seite einmal acht und einmal neun Mitglieder, das lasse ich offen. Das NUEJAZZ Festival im Nürnberger Z-Bau am 12.11. um 19:30 Uhr steht laut PRINZ mit 66,65 Euro im Vorverkauf; ein Line-up habe ich dort nicht gefunden.

Techno

Die Distillery in Leipzig lädt am 24.10. ab 22 Uhr zu »Vinylschleifer StepBack«. Laut regioactive spielen Jerome Hill, Lydmate, Da Voice, Hanno Hinkelbein und Templeton.

In Halle gibt es am 13.11. ab 22 Uhr in der Palette »HLLZ presents: UPPER TECHNO«, laut unowli vier Techno-Acts bis 4 Uhr, Tickets ab 10 Euro. Die Namen der Acts sind dort nicht genannt. Am 28.11. ab 22 Uhr feiert das Capitol »Rave Repeat x TrueDJLegends«. Laut Capitol Halle ist das das neue Indoor-Konzept der Strand-Miezen-Macher, mit längeren Sets und »internationalen Legenden« der Techno-Szene. Wer genau spielt, ist noch offen.

Schranz und Hardtechno

Felix Kröcher auf dem Echelon Festival 2014. Foto: Jörg Padberg, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0, rechts beschnitten (commons.wikimedia.org/wiki/File:2014-08-23_Felix_Kröcher_at_Echelon_2014_0827.JPG)
Felix Kröcher auf dem Echelon Festival 2014. Foto: Jörg Padberg, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 (commons.wikimedia.org/wiki/File:2014-08-23_Felix_Kröcher_at_Echelon_2014_0954.JPG)

Das Highlight dieser Rubrik: SCHRANZ is BACK mit Felix Kröcher am Samstag, 14.11.2026, ab 23 Uhr im Fusion Club Münster. Laut Tourseite bei ticket.io gibt es Tickets ab 25 Euro, Veranstalter ist die Unreal Events GmbH. Die Tour will einen Sound zurück auf die Tanzflächen bringen, »der eine ganze Generation geprägt hat – roh, kompromisslos und voller Energie«, und erinnert dabei an das U60311. Weitere Daten derselben Tour: Nürnberg (Die Rakete) am 30.10., Köln (Helios 37) am 20.11. und Hannover (WDM Club) am 19.12.

Meine Empfehlung, ganz persönlich: Kröcher ist für mich jedes Mal ein Erlebnis. Für alle, die diese Musik als Kultur feiern, ist der Abend ein Muss, und wer in Münster wohnt, sollte hingehen.

Schon am 30.10. ab 22 Uhr verabschiedet sich in Magdeburg Haimkind. Laut regioactive ist »This is Haimkind 15 Jahre / Last Tone« sein letzter Gig in Magdeburg, auf zwei Floors mit 13 Acts im Ellen Noir. Er habe die Hardtekk-Szene mit melodischem und druckvollem Stil geprägt. Am 13.11. folgt in Halle der »Warehouse Rave« im Kaiserdrom, laut PRINZ Trance und Hardtechno an einem Ort, an dem noch nie geravt wurde, unter anderem mit Part Time Killer und Kalte Liebe.

Und weil sie oft gefragt wird: Die »Knarzmaschine aus Mainz« ist Thomas P. Heckmann. So stellt ihn der Podcast Realtalk vor, als Techno-Pionier und Kopf von Acid Fuckers Unite (A.F.U), der mit seinem Projekt Drax und »Amphetamine« schon in den 90ern auf der Bravo Hits landete. Sein Knarz-Projekt findet ihr auf Bandcamp. Auch »Schall« von Elektrochemie LK mit Thomas Schumacher hat er sich vorgenommen: Sein »Schall (Thomas P. Heckmann Rework)« erschien 2000 auf Confused Recordings, auf »Schall Remixes Vol. II« (CON 28), belegt bei Spotify und Monster Robot. Einen aktuellen Termin habe ich für ihn nicht gefunden.

Meine Anekdote zu »Schall«: In der siebten Klasse hat ein Mitschüler den Track im Musikunterricht angemacht, ich weiß es noch genau. Das war die Zeit, in der ich noch bei einem Kumpel geklingelt und seine Mutter gefragt habe, ob er rauskommen darf. So lange ist das her: Mit dem Kumpel habe ich bis heute super Kontakt, und mit dem Mitschüler grüßt man sich noch in der Stadt. Unsere Musiklehrerin war erst etwas schockiert, aber auch froh, dass wir nichts Böses angeschleppt haben, sondern so etwas. Sie war ganz cool drauf und hat uns das sogar noch hören lassen. Seitdem höre ich diese Musik, sie ist wie Hip-Hop meine Kultur. Dass es sie nach all den Jahren immer noch gibt, ist der Grund, warum ich das bis heute verfolge.

Thomas P. Heckmann am Classic Terminal, 2013. Foto: JoeJoeJoe93, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 (commons.wikimedia.org/wiki/File:Thomas_Heckmann.JPG)

Goa und Psytrance

Neelix live auf dem Fusion Festival, 2007. Foto: Wiska Bodo, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 2.5 (commons.wikimedia.org/wiki/File:Neelix_(DJ)_-_01_Jun_2007.jpg)

Heute, am 23.10. ab 22 Uhr, spielt Neelix im Dresdner Stromwerk. Laut Stromwerk ist es das einzige Neelix-Date in Sachsen, mit psychedelischer Deko sowie XXL-Laser- und Lichtshow, Einlass ab 18.

Zu Halloween wird Leipzig zur Psytrance-Stadt. Laut Sachsentrance-Partyliste läuft am 30.10. von 23 bis 10 Uhr »Trancegedance – Halloween Special« im elipamanoke, unter anderem mit Atacama (Iono Music) und Exotype (Fractaliens), dazu Bodypainting und Visuals. Am 31.10. feiern im Polikyl die Cosmicwalkers, laut derselben Liste die erste Psytrance-Crew Sachsens, ihr 30-jähriges Bestehen. Live spielen Atyss (Sonicmotion Records) und Strix Aluco (Nritya Sastra Records).

House

Am 6.11. geht es im elipamanoke von 23:59 bis 9 Uhr mit »HeyCiao, Vacanza! #15« weiter. Laut EVRYVIBE legen 14 DJs House und Progressive House auf, darunter BBetriebswirt (Progressive House, Trance) und Mathilda (Trance, Techno).

Rausgehen

Such dir einen Abend aus, schau kurz vorher auf die verlinkte Seite und geh hin. Wenn ich einen guten Termin übersehen habe, schreib mir, dann kommt er in die nächste Liste.

Text unter Zuhilfenahme von KI erstellt. Alle Angaben geprüft am 23.10.2026, Änderungen durch die Veranstalter vorbehalten.

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News · neuester beitrag

Nachtrag zu: Ein Mini-Protokoll nach einem Passwortleck

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201629Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Nachtrag zum Artikel Ein Mini-Protokoll nach einem Passwortleck (BEO-2026-018, 18. Oktober 2026).

Damals

Der erste Beitrag war ein Vorhaben: wie ein kurzes Protokoll für den Fall eines Passwortlecks aussehen könnte. Die Idee kam aus einem Proton-Artikel für Unternehmen vom 16. Oktober 2026, und ich habe sie in einen Entwurf für privat übertragen.

Was damals fehlte

Im ersten Beitrag hatte ich offen gelassen, ob die Datenschutz-Grundverordnung für mich als Privatperson gilt. Dazu habe ich jetzt den Text der Verordnung nachgelesen. Das ist meine Lesart des Wortlauts, keine Rechtsberatung.

Was wir heute wissen

Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe c der Verordnung nimmt die Verarbeitung personenbezogener Daten „durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten“ aus. Erwägungsgrund 18 erklärt das: gemeint ist Verarbeitung ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit. Als Beispiele nennt er Schriftverkehr, Adressverzeichnisse und die Nutzung sozialer Netze in diesem Rahmen. Für Anbieter, die die Werkzeuge für solche Tätigkeiten bereitstellen, gilt die Verordnung aber.

Die Meldefrist steht in Artikel 33. Sie trifft den Verantwortlichen: Er meldet eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden der Aufsichtsbehörde, außer es besteht voraussichtlich kein Risiko für die Betroffenen.

Meine Lesart daraus: Für mein privates Protokoll über meine eigenen Konten brauche ich die Pflichten aus der Quelle nicht zu übernehmen. Die Meldepflicht liegt bei dem Dienst, bei dem das Leck passiert ist, nicht bei mir als Kunde. Das bestätigt, dass ich die Meldefristen im ersten Beitrag zu Recht nicht übernommen habe.

Was weiter offen bleibt

Quellen

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Wirtschaft · neuester beitrag

TÜV-Weiterbildungsstudie 2026: KI-Kompetenz gefragt, Strategie fehlt

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221346Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Wie gut sind Unternehmen in Deutschland auf KI-Weiterbildung vorbereitet? Die TÜV Weiterbildungsstudie 2026 gibt dazu Zahlen. Ich fasse die Pressemitteilung des TÜV-Verbands vom 28. April 2026, den Studienbericht selbst und die Meldung von TÜV Rheinland vom 30. April 2026 zusammen und stelle die Zahlen neben die amtliche Statistik von Destatis. Eigene Messungen gibt es hier nicht. Die Studie ist schon ein halbes Jahr alt.

Die Grundlage

Laut Methodikteil des Studienberichts hat forsa im Auftrag des TÜV-Verbands 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden in Deutschland befragt, ausgewählt per systematischem Zufallsverfahren über alle Branchen. Gesprochen wurde mit Weiterbildungsverantwortlichen, Geschäftsführungen und Vorständen, und zwar per Telefon vom 26. Januar bis 11. März 2026. Die Stichprobe ist nach drei Größenklassen disproportional angelegt und wurde für die Gesamtergebnisse gewichtet. Es sind also Selbstauskünfte der Unternehmen, keine Messung dessen, was Beschäftigte tatsächlich können.

Wichtig ja, Strategie selten

Auch Zeit und Geld sind knapp: 74 Prozent gewähren ein bis fünf Weiterbildungstage pro Jahr, 65 Prozent investieren höchstens 1.000 Euro pro Mitarbeitendem und Jahr. Die wenigen Unternehmen ohne Weiterbildungsangebot (24 von 500) nennen vor allem geringes Interesse der Beschäftigten (84 Prozent) und fehlende Zeit (72 Prozent).

Bemerkenswert ist der Kontrast zur Selbsteinschätzung bei der Lernkultur. Laut Studienbericht sagen 90 Prozent, Fehler würden bei ihnen als Lernchance genutzt, 86 Prozent, Führungskräfte unterstützten Weiterbildung aktiv, und 82 Prozent, Mitarbeitende hätten ausreichend Zeit und geeignete Rahmenbedingungen zum Lernen. Dass Lernkultur fester Teil der Unternehmensstrategie ist, sagen dagegen nur 61 Prozent. Die Unternehmen sehen sich also gut aufgestellt, während die harten Zahlen zu Strategie, Tagen und Budget bescheidener ausfallen.

Gelernt wird oft digital, aber selten ohne Menschen: 91 Prozent der Unternehmen mit digitalen Angeboten setzen auf Webinare oder virtuelle Live-Schulungen mit Trainerinnen und Trainern, 73 Prozent auf E-Learning auf Abruf, 30 Prozent auf Lernen per Smartphone oder Tablet.

Neben KI sehen die Unternehmen Schulungsbedarf vor allem bei Pflichtthemen. 59 Prozent nennen Arbeits- und Gesundheitsschutz, 51 Prozent branchenspezifische Vorschriften, 45 Prozent IT- und Cybersecurity-Regulierung, bei größeren Unternehmen sogar 62 Prozent.

KI wird schneller genutzt als gelernt

Laut Studienbericht setzen 56 Prozent der Unternehmen generative KI-Werkzeuge wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot aktiv im Arbeitsalltag ein. Der Anteil steigt mit der Größe: 53 Prozent bei 20 bis 49 Mitarbeitenden, 60 Prozent bei 50 bis 249, 68 Prozent ab 250. Handel (66 Prozent) und Dienstleister (63 Prozent) liegen vorn, das produzierende Gewerbe und der Bereich Energie, Bau, Verkehr darunter (jeweils 47 Prozent).

Geschult haben dagegen nur 27 Prozent der Unternehmen Beschäftigte zu KI. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2024 (12 Prozent), aber weniger als die Hälfte der Nutzungsquote:

Nutzung generativer KI nach Unternehmensgröße und Anteil der Unternehmen mit KI-Schulungen. Quelle: TÜV Weiterbildungsstudie 2026, Studienbericht (forsa, n=500).

Am häufigsten schulen laut Bericht Dienstleister (34 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (33 Prozent), bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten sind es 49 Prozent. Fast die Hälfte der Unternehmen sieht aktuell keinen KI-Schulungsbedarf. Die andere Hälfte (50 Prozent) schätzt ihn als hoch ein, davon 17 Prozent als sehr hoch.

Wer Bedarf sieht, will vor allem Praxis: 72 Prozent nennen anwendungsnahe KI-Kompetenz für den Arbeitsalltag als wichtigstes Ziel, 67 Prozent Grundlagenwissen über die Funktionsweise, je knapp vier von zehn spezialisierte oder fortgeschrittene Kenntnisse. TÜV Rheinland schreibt, der größte Bedarf liege zunächst bei KI-Grundlagen, Einsatzfeldern und Grenzen der Technik.

Bei Neueinstellungen spielt KI noch kaum eine Rolle. Drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) setzen KI-Kompetenzen bei höchstens jeder zwanzigsten neu besetzten Stelle voraus oder halten sie für wichtig. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen (11 Prozent) erwartet sie bei mehr als elf Prozent der Neueinstellungen. Wer KI-Kompetenz im Haus haben will, muss sie also überwiegend selbst aufbauen.

Bei der Frage, wer für Weiterbildung zuständig ist, sehen 55 Prozent auch öffentliche Stellen wie die Arbeitsagentur in der Pflicht. Die Politik nennen 47 Prozent, 2024 waren es noch 54 Prozent.

Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie, sagt dazu, es fehlten häufig „klare Prioritäten, Lernpfade und Zeitbudgets“.

Der Vergleich mit Destatis

Das Statistische Bundesamt kommt in seiner Erhebung zur IKT-Nutzung für 2025 auf eine deutlich niedrigere Quote: 26 Prozent der Unternehmen nutzten KI, 23 Prozent der kleinen (10 bis 49 Beschäftigte), 36 Prozent der mittleren und 57 Prozent der großen ab 250. Direkt vergleichbar ist das nicht. Destatis zählt Unternehmen ab 10 Beschäftigten, fragt nach KI-Technologien im Betrieb und bezieht sich auf 2025; der TÜV fragt Anfang 2026 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden nach dem Einsatz generativer KI-Werkzeuge im Arbeitsalltag.

Interessant ist ein anderes Destatis-Ergebnis. Unternehmen ohne KI nannten als häufigsten Grund fehlendes Wissen (72 Prozent), vor Unklarheit über rechtliche Folgen (62 Prozent) und Datenschutzbedenken (60 Prozent). Das passt zur Schulungslücke im TÜV-Bericht: Wissen fehlt sowohl dort, wo KI noch nicht genutzt wird, als auch dort, wo sie schon im Einsatz ist.

Meine Einschätzung

Die Lücke zwischen 56 Prozent Nutzung und 27 Prozent Schulung ist für mich die zentrale Zahl. Das deckt sich mit dem, was ich in meiner eigenen Weiterbildung merke: Ein Werkzeug ist schnell benutzt, verstanden ist es damit noch nicht. Das ist meine Sicht, kein Ergebnis der Studie. Dazu gehört auch, dass der Auftraggeber zum TÜV-Umfeld gehört, das selbst Weiterbildung verkauft; die Meldung von TÜV Rheinland bewirbt ausdrücklich das eigene Angebot.

Offen bleibt, wie sich die Zahlen seit der Befragung im Frühjahr verändert haben.

Quellen

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Harness²: Agenten, die ihre eigene Arbeitsumgebung umbauen

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220501Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Ein Team von Google Cloud AI Research und der Northwestern University hat am 9. Oktober 2026 auf arXiv das Paper „Harness²: Recursive Agent Harnessing for an Open World“ eingereicht. Erstautor ist Ruiyao Xu von der Northwestern University, dazu kommen sieben Forschende von Google, darunter Tomas Pfister. Der Code liegt auf GitHub, eine Projektseite fasst die Ergebnisse zusammen. Ich fasse hier das Paper zusammen und habe die Benchmarks, auf die es sich stützt, bei ihren Herausgebern nachgelesen. Ausprobiert habe ich nichts.

Worum es geht

Ein KI-Agent besteht nicht nur aus dem Sprachmodell, sondern auch aus seinem „Harness“, also der Ausführungsumgebung drumherum: Werkzeuge, Anweisungen, Abläufe, Ablagen für Zwischenstände. Das Paper geht davon aus, dass die Fähigkeiten eines Agenten von beidem abhängen: „not only on their underlying models but also on their execution harnesses“. Harness² verbessert genau diese Umgebung automatisch und lässt das Modell selbst in Ruhe. Die Umgebung wird laut Paper mit dem Modell kombiniert, „without changing its weights“.

Die Idee, dass ein System sich selbst verbessert, heißt in der Forschung „recursive self-improvement“. Die Autoren nennen zwei Probleme, wenn man das außerhalb des Labors einsetzen will. Erstens sind echte Aufgaben neu, es gibt also keine Musterlösung, an der man eine Änderung prüfen könnte. Zweitens bleiben bisherige Verfahren stark an die jeweilige Aufgabe gebunden und lassen sich schlecht übertragen.

Wie es funktioniert

Laut Paper arbeitet Harness² auf zwei Ebenen:

Als Vergleich treten mehrere Verfahren an. Das wichtigste ist Meta-Harness, das die Umgebung vorab offline an Trainingsaufgaben optimiert und dann fest einsetzt. Harness² dagegen passt sie während der Arbeit an und beginnt bei jedem Benchmark mit einer leeren Bibliothek, die nach jeder Aufgabe wächst.

Wichtig für das Verständnis: Die getesteten Modelle selbst bauen ihre Umgebung nicht um. Sie bleiben laut Paper eingefroren und führen nur aus. Die Änderungen an der Umgebung schreibt standardmäßig ein anderes, größeres Modell, Claude Opus 4.8, das als „Editor“ unter OpenCode läuft. Die Überschrift dieses Beitrags ist insofern eine Vereinfachung: Es ist das Gesamtsystem, das seine Arbeitsumgebung umbaut.

Die Benchmarks

Getestet wurde auf drei Benchmarks aus Berufsfeldern:

Als Modelle dienten GLM-5 und Gemini 3.5 Flash, jeweils mit den offenen Umgebungen OpenCode und Codex, also vier Kombinationen. Jeder Wert ist der Mittelwert aus drei Durchläufen.

Die Zahlen

Die Autoren berichten:

Für eine Kombination zeigt die erste Abbildung des Papers die Werte je Bereich:

WorkBuddy-Bench je Bereich, Gemini 3.5 Flash mit OpenCode, Harness² mit fünf parallelen Durchläufen. Alle Werte sind Angaben der Autoren, die y-Achse beginnt bei 60. Quelle: arXiv:2610.14224, Abb. 1, ebenso auf der Projektseite.

Was es kostet

Mehr Durchläufe heißt mehr Rechenaufwand. Das Paper vergleicht dazu den gesamten Tokenverbrauch pro Aufgabe, also Ausführung plus Verbesserung. Bei Gemini 3.5 Flash mit OpenCode steigt der Gewinn gegenüber der Basis-Umgebung, wenn k von 1 auf 5 wächst, auf JobBench von 4,5 auf 7,5 Punkte und auf WorkBuddy-Bench von 5,1 auf 8,4. Meta-Harness verbraucht laut Autoren mehr Rechenleistung als Harness² mit k=5 und erreicht dabei weniger.

Im Abschnitt zu den Grenzen räumen die Autoren selbst ein, dass zusätzliche Durchläufe die Inferenzkosten erhöhen. Parallel laufende Sitzungen verkürzen die Wartezeit, sparen aber keine Rechenarbeit. Und weil es keine Musterlösungen gibt, stützt sich die Verbesserung auf Verhaltensvergleiche und das Urteil eines Modells. Das bleibt laut Paper anfällig für Zufallsschwankungen und gemeinsame Verzerrungen der Modelle und garantiert nicht, dass eine Änderung richtig ist oder auf andere Aufgaben übertragbar.

Einordnung

Bewertet werden die Ergebnisse auf allen drei Benchmarks ganz oder teilweise von Sprachmodellen: Auf WorkBuddy-Bench ist laut Anhang Gemini 3.5 Flash als Richter im Einsatz, also eines der getesteten Modelle; JobBench bewertet Claude Opus 4.8, LAB Claude Sonnet 4.6. Das ist bei solchen Benchmarks üblich, heißt aber, dass „Punkte“ hier Urteile eines Modells sind und keine Messung durch Menschen.

Alle Zahlen stammen von den Autoren selbst. Eine unabhängige Nachprüfung habe ich nicht gefunden; das Paper ist ein Preprint und noch nicht begutachtet.

Offen bleibt, ob das Verfahren mit anderen Modellen und Umgebungen genauso gut funktioniert.

Quellen

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Elektro, Jazz und lange Nächte: Partys und Konzerte ab 23. Oktober 2026

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230914Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Heute Abend geht es los, und bis Ende November ist kaum ein Wochenende frei: Jazz mit Elektronik in Leipzig, Psytrance in Dresden, Hardtekk in Magdeburg und Schranz in Münster. Hier ist meine Auswahl, sortiert nach Genre, mit Schwerpunkt Mitteldeutschland. Zu jedem Termin stelle ich einen Hauptact vor und, wo das Line-up es hergibt, einen zweiten Namen. Jede Angabe hat einen Link auf die Seite, auf der ich sie heute geprüft habe (Stand 23.10.2026). Termine ändern sich, deshalb vor dem Losgehen bitte noch einmal beim Veranstalter nachsehen.

Die Termine auf einen Blick

DatumOrtGenreHauptactZweiter ActQuelle
Fr 23.10.Leipzig, Alter Speisesaal der StadtwerkeElektro-JazzGeza Cotard–Jazzclub Leipzig
Fr 23.10.Leipzig, WERK 2Jazz Rap, Neo-SoulSorvinaSarah Farina (DJ)Jazztage-Programm
Fr 23.10.Dresden, StromwerkPsytranceNeelix–Stromwerk
Sa 24.10.Leipzig, DistilleryTechnoJerome HillLydmateregioactive
Fr 30.10.Magdeburg, Ellen NoirHardtekk, HardtechnoHaimkindoffenregioactive
Fr 30.10.Leipzig, elipamanokePsytranceAtacamaExotypeSachsentrance
Sa 31.10.Leipzig, PolikylPsytranceAtyssStrix AlucoSachsentrance
Fr 06.11.Leipzig, elipamanokeHouseBBetriebswirtMathildaEVRYVIBE
Do 12.11.Nürnberg, Z-BauJazzoffenoffenPRINZ
Fr 13.11.Dresden, Blue NoteNu JazzNujakasha–urbanite
Fr 13.11.Halle, PaletteTechnooffenoffenunowli
Fr 13.11.Halle, KaiserdromTrance, HardtechnoPart Time KillerKalte LiebePRINZ
Sa 14.11.Münster, Fusion ClubSchranzFelix Kröcheroffenticket.io
Sa 21.11.Dresden, Jazzclub TonneDownbeat-JazzJo Aldingers Downbeatclub–joaldinger.de
Sa 28.11.Halle, CapitolTechnooffenoffenCapitol Halle
Mo 30.11.Wuppertal, Live Club BarmenNu JazzNu Jazz Brothers–mvp.de

Elektro-Jazz, Nu Jazz und Live-Elektronik

Die Leipziger Jazztage laufen laut Jazzclub Leipzig vom 17. bis 25. Oktober 2026. Am Freitag, 23.10., spielt das Duo Geza Cotard um 18 Uhr im Alten Speisesaal der Leipziger Stadtwerke »Energy is a Terrible Thing to Waste«, ein Sitzkonzert. Der Jazzkalender beschreibt den Sound als präzise Elektronik, komplexe Rhythmen und flirrende Arpeggios, die das Duo selbst »Angstpop« nennt. Der Abend läuft in der Reihe »Sound of Leipziger«.

Am selben Abend um 20 Uhr steht Sorvina im WERK 2 auf der Bühne. Laut Programm verbindet sie Jazz Rap, Neo-Soul, Gospel und Alternative Hip-Hop, ihre Songs handeln von Selbstentdeckung, Queerness, Heilung und Lebensfreude. Danach legt Sarah Farina auf: Bass Music, Breaks und Jungle, ein Stil, den sie selbst »RainbowBass« nennt.

In Dresden spielt am 13.11. Nujakasha im Blue Note. Laut urbanite ein dreiköpfiges, rein instrumentales Projekt mit Schlagzeug, Bass, Piano, Synthesizer und Violine, inspiriert von Hip-Hop, Jazz und Soul, mit dem ersten Longplayer im Gepäck. Am 21.11. um 20 Uhr folgt im Jazzclub Tonne das Album-Release-Konzert von Jo Aldingers Downbeatclub, so steht es auf der Terminseite des Künstlers.

Etwas außerhalb des Schwerpunkts: Am 30.11. um 20 Uhr spielen in Wuppertal Dirk Sengotta’s Nu Jazz Brothers eine Release-Preview von »Your Way«. Laut mvp.de hat Schlagzeuger Dirk Sengotta die Band gegründet und schreibt die Stücke, die Jazz mit Hip-Hop-Beats verbinden. Zur Größe der Band nennt dieselbe Seite einmal acht und einmal neun Mitglieder, das lasse ich offen. Das NUEJAZZ Festival im Nürnberger Z-Bau am 12.11. um 19:30 Uhr steht laut PRINZ mit 66,65 Euro im Vorverkauf; ein Line-up habe ich dort nicht gefunden.

Techno

Die Distillery in Leipzig lädt am 24.10. ab 22 Uhr zu »Vinylschleifer StepBack«. Laut regioactive spielen Jerome Hill, Lydmate, Da Voice, Hanno Hinkelbein und Templeton.

In Halle gibt es am 13.11. ab 22 Uhr in der Palette »HLLZ presents: UPPER TECHNO«, laut unowli vier Techno-Acts bis 4 Uhr, Tickets ab 10 Euro. Die Namen der Acts sind dort nicht genannt. Am 28.11. ab 22 Uhr feiert das Capitol »Rave Repeat x TrueDJLegends«. Laut Capitol Halle ist das das neue Indoor-Konzept der Strand-Miezen-Macher, mit längeren Sets und »internationalen Legenden« der Techno-Szene. Wer genau spielt, ist noch offen.

Schranz und Hardtechno

Felix Kröcher auf dem Echelon Festival 2014. Foto: Jörg Padberg, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0, rechts beschnitten (commons.wikimedia.org/wiki/File:2014-08-23_Felix_Kröcher_at_Echelon_2014_0827.JPG)
Felix Kröcher auf dem Echelon Festival 2014. Foto: Jörg Padberg, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 (commons.wikimedia.org/wiki/File:2014-08-23_Felix_Kröcher_at_Echelon_2014_0954.JPG)

Das Highlight dieser Rubrik: SCHRANZ is BACK mit Felix Kröcher am Samstag, 14.11.2026, ab 23 Uhr im Fusion Club Münster. Laut Tourseite bei ticket.io gibt es Tickets ab 25 Euro, Veranstalter ist die Unreal Events GmbH. Die Tour will einen Sound zurück auf die Tanzflächen bringen, »der eine ganze Generation geprägt hat – roh, kompromisslos und voller Energie«, und erinnert dabei an das U60311. Weitere Daten derselben Tour: Nürnberg (Die Rakete) am 30.10., Köln (Helios 37) am 20.11. und Hannover (WDM Club) am 19.12.

Meine Empfehlung, ganz persönlich: Kröcher ist für mich jedes Mal ein Erlebnis. Für alle, die diese Musik als Kultur feiern, ist der Abend ein Muss, und wer in Münster wohnt, sollte hingehen.

Schon am 30.10. ab 22 Uhr verabschiedet sich in Magdeburg Haimkind. Laut regioactive ist »This is Haimkind 15 Jahre / Last Tone« sein letzter Gig in Magdeburg, auf zwei Floors mit 13 Acts im Ellen Noir. Er habe die Hardtekk-Szene mit melodischem und druckvollem Stil geprägt. Am 13.11. folgt in Halle der »Warehouse Rave« im Kaiserdrom, laut PRINZ Trance und Hardtechno an einem Ort, an dem noch nie geravt wurde, unter anderem mit Part Time Killer und Kalte Liebe.

Und weil sie oft gefragt wird: Die »Knarzmaschine aus Mainz« ist Thomas P. Heckmann. So stellt ihn der Podcast Realtalk vor, als Techno-Pionier und Kopf von Acid Fuckers Unite (A.F.U), der mit seinem Projekt Drax und »Amphetamine« schon in den 90ern auf der Bravo Hits landete. Sein Knarz-Projekt findet ihr auf Bandcamp. Auch »Schall« von Elektrochemie LK mit Thomas Schumacher hat er sich vorgenommen: Sein »Schall (Thomas P. Heckmann Rework)« erschien 2000 auf Confused Recordings, auf »Schall Remixes Vol. II« (CON 28), belegt bei Spotify und Monster Robot. Einen aktuellen Termin habe ich für ihn nicht gefunden.

Meine Anekdote zu »Schall«: In der siebten Klasse hat ein Mitschüler den Track im Musikunterricht angemacht, ich weiß es noch genau. Das war die Zeit, in der ich noch bei einem Kumpel geklingelt und seine Mutter gefragt habe, ob er rauskommen darf. So lange ist das her: Mit dem Kumpel habe ich bis heute super Kontakt, und mit dem Mitschüler grüßt man sich noch in der Stadt. Unsere Musiklehrerin war erst etwas schockiert, aber auch froh, dass wir nichts Böses angeschleppt haben, sondern so etwas. Sie war ganz cool drauf und hat uns das sogar noch hören lassen. Seitdem höre ich diese Musik, sie ist wie Hip-Hop meine Kultur. Dass es sie nach all den Jahren immer noch gibt, ist der Grund, warum ich das bis heute verfolge.

Thomas P. Heckmann am Classic Terminal, 2013. Foto: JoeJoeJoe93, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 (commons.wikimedia.org/wiki/File:Thomas_Heckmann.JPG)

Goa und Psytrance

Neelix live auf dem Fusion Festival, 2007. Foto: Wiska Bodo, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 2.5 (commons.wikimedia.org/wiki/File:Neelix_(DJ)_-_01_Jun_2007.jpg)

Heute, am 23.10. ab 22 Uhr, spielt Neelix im Dresdner Stromwerk. Laut Stromwerk ist es das einzige Neelix-Date in Sachsen, mit psychedelischer Deko sowie XXL-Laser- und Lichtshow, Einlass ab 18.

Zu Halloween wird Leipzig zur Psytrance-Stadt. Laut Sachsentrance-Partyliste läuft am 30.10. von 23 bis 10 Uhr »Trancegedance – Halloween Special« im elipamanoke, unter anderem mit Atacama (Iono Music) und Exotype (Fractaliens), dazu Bodypainting und Visuals. Am 31.10. feiern im Polikyl die Cosmicwalkers, laut derselben Liste die erste Psytrance-Crew Sachsens, ihr 30-jähriges Bestehen. Live spielen Atyss (Sonicmotion Records) und Strix Aluco (Nritya Sastra Records).

House

Am 6.11. geht es im elipamanoke von 23:59 bis 9 Uhr mit »HeyCiao, Vacanza! #15« weiter. Laut EVRYVIBE legen 14 DJs House und Progressive House auf, darunter BBetriebswirt (Progressive House, Trance) und Mathilda (Trance, Techno).

Rausgehen

Such dir einen Abend aus, schau kurz vorher auf die verlinkte Seite und geh hin. Wenn ich einen guten Termin übersehen habe, schreib mir, dann kommt er in die nächste Liste.

Text unter Zuhilfenahme von KI erstellt. Alle Angaben geprüft am 23.10.2026, Änderungen durch die Veranstalter vorbehalten.

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Heute vor · neuester beitrag

Heute vor 220 Jahren: Napoleon in Wittenberg

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231034Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Luthers Universitätsstadt wird zum Waffenlager eines Kaisers. Am 23. Oktober 1806 ist Napoleon in Wittenberg.

Damals

Dieser Beitrag setzt Heute vor 220 Jahren: Napoleon zieht in Halle ein (BEO-2026-020) fort.

Neun Tage nach der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt (14. Oktober 1806) zieht die französische Armee durch Mitteldeutschland Richtung Berlin. Französische Truppen besetzen Wittenberg am 20. Oktober. Am 23. Oktober 1806 sitzt Napoleon selbst in der Stadt: Das 16. Bulletin der Grande Armée ist auf „Wittenberg, 23 octobre 1806“ datiert.

Wenige Tage später, aus Potsdam und Charlottenburg, schreibt Napoleon an seine Generäle, welche Bedeutung er „der Festung Wittenberg“ beimisst. Wittenberg soll mit Kanonen und Mörsern aus Berlin bewaffnet werden. Zusammen mit Erfurt und Spandau soll die Stadt eines von drei Depots der Armee werden, mit Pulver, Munition und Material für Reparaturen.

In einem Brief vom 26. Oktober 1806 an General Songis wird Napoleon konkret: Rund dreißig Kanonen, die in Berlin erbeutet worden waren, sollen ohne Verzögerung nach Wittenberg gebracht werden, dazu Mörser und Haubitzen. In sechs oder sieben Tagen soll der Platz bewaffnet sein. Am 27. Oktober schreibt er an General Chasseloup, den Festungsbauer der Armee: „Erfurt, Wittenberg et Spandau, voilà les trois places qu’il faut mettre en état.“ Übersetzt: Diese drei Plätze müssen in Stand gesetzt werden. In jedem davon will er nach einer gewonnenen oder verlorenen Schlacht Pulver, Gewehre, Patronen und Ersatzteile vorfinden. Am 28. Oktober ordnet er an, leicht verwundete Soldaten aus Erfurt in Gruppen von 100 Mann nach Wittenberg und Spandau zu schicken. Auch der Nachschub mit Schuhen und Uniformen soll von Mainz über Erfurt und Wittenberg nach Spandau laufen.

Der erstürmte Schlossplatz zu Wittenberg am 13. Januar 1814, zeitgenössischer Kupferstich (der Dateiname nennt irrtümlich 1811; die Bildlegende auf dem Stich selbst nennt 1814). Urheber unbekannt, gemeinfrei (Public Domain), Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wittenberg-13-1-1811.jpg

Warum das wichtig war

Wittenberg lag an der Elbe, auf dem Weg nach Berlin. Für eine Armee im Vormarsch war die Stadt ein Übergang und ein Lager. Für die Menschen dort wog etwas anderes schwerer: Universitätsgebäude wurden zu Lazaretten, Magazinen und Kasernen. In alle bewohnbaren Häuser wurden Soldaten einquartiert. Wer in der Stadt wohnte, musste die Besatzer unterbringen.

Wie sich das anfühlte, zeigen Briefe von damals. Der Universitätsverwalter Christian Friedrich Wolf schrieb am 12. November 1806 nach der Besetzung: „… denn Gott weiß, wie alles drunter und drüber ging!“ Sechs Jahre später, am 6. April 1812, berichtete Professor Johann Gottfried Gruber, die Universitätskirche sei ein Heu- und Strohmagazin, das Große Auditorium ein Pferdestall. Weil Wohnungen fehlten, bekamen auch Mieter Einquartierung. Gruber selbst musste meist zwei Offiziere samt Dienern aufnehmen, seine Wohnung gleiche „einem Gasthofe“. Er zählte Franzosen, Deutsche, Spanier, Portugiesen und Illyrier als Gäste und schrieb: „Alle Preise steigen.“

Zum Vergleich: 1805 schrieben sich in Wittenberg nur noch 131 Studenten neu ein, in Halle dagegen 493. Die Leucorea war also schon vor dem Krieg eine kleine Universität.

Zeitleiste

Infobox

OrtWittenberg, heute Lutherstadt Wittenberg
Datum23. Oktober 1806
KontextVierter Koalitionskrieg, nach Jena und Auerstedt
Was geschahHauptquartier Napoleons, danach Ausbau zum Waffen- und Versorgungsplatz
Folge für die UniversitätAb 1813 Auslagerung, 1817 Vereinigung mit Halle
Spur heuteMartin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Was daraus wurde

Die Universität zog nicht 1806 aus, sondern erst im Krieg von 1813. Die meisten Vorlesungen endeten im März 1813. Die Juristen gingen im April nach Kemberg und im Mai nach Schmiedeberg, andere Professoren folgten. Der sächsische König sah die Verlegung als vorübergehende Maßnahme. Nötig geworden war sie durch die von Napoleon angeordnete Befestigung und die Beschießung durch russische und preußische Truppen. Den Lehrbetrieb in Wittenberg nahm die Universität nie wieder auf. Nach dem Wiener Kongress wurde Wittenberg preußisch, 1817 ging die Leucorea in der Universität Halle auf.

1813 baute die französische Armee auf dem Rückzug die alte Festung zum Widerstandspunkt aus. Alle Sammlungen, Archive und Bibliotheken der Universität wurden im April 1813 mit Schiffen auf der Elbe fortgebracht. Während der Belagerung durch preußische und russische Truppen wurde die Stadt immer wieder beschossen und in Teilen zerstört. Auch die Professoren mussten nun, gegen ihre Privilegien, Besatzer einquartieren und verpflegen. Am 11. Juni 1813 stimmten bei einem Professorenkonvent 13 von 14 Anwesenden für eine Verlegung der Universität. Ihr Argument: Wittenberg tauge nicht mehr als Universitätsstadt, außer es werde wieder eine offene Stadt ohne Festungswerke. Genau das wünschte sich auch die Stadt selbst.

Was bis heute bleibt

Die größte Hochschule Sachsen-Anhalts entstand 1817 aus dem Zusammenschluss der 1502 gegründeten Universität Wittenberg und der 1694 gegründeten Universität Halle. Wer heute an der „Halle-Wittenberg“ studiert, trägt diese Geschichte im Namen der eigenen Uni.

Für die Studenten von damals wurde der Wechsel erleichtert: Wer in Wittenberg eingeschrieben war und nach Halle ging, wurde gegen Vorzeigen der Wittenberger Einschreibung ohne weitere Gebühren aufgenommen. Die Wittenberger Stipendien blieben als Stiftung erhalten. Sie gingen an Studenten in Halle, die in den früher sächsischen Landesteilen geboren waren. In Wittenberg selbst entstand aus Mitteln der Universität ein Predigerseminar.

Was meinst du: Kann eine Universität in einer Festung überleben? Schreib es mir.

Quellen

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Drogenkonsum in Nairobi: Was die Daten zeigen

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211805Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E

Text: der Fahrradfahrer

Ein Freund fragte, wie es um den Drogenkonsum in Nairobi steht. Anlass war ein ZDF-Beitrag über „Jaba Juice“, aber die Frage ist größer: Was wird in der Stadt konsumiert, von wem, wie verbreitet, mit welchen Folgen, was ist erlaubt und wo gibt es Hilfe? Ich habe dazu Erhebungen, Gesetze, Studien und Presseberichte gelesen. Selbst vor Ort war ich nicht.

Nairobi vom Nationalpark aus. Bildnachweis: Shadychiri, CC BY 4.0, Wikimedia Commons.

Kurze Einordnung

In Nairobi treffen legale Alltagsdrogen wie Alkohol und Khat auf einen Markt für Cannabis und, in kleinen Gruppen, für Heroin. Die Probleme sind sehr ungleich verteilt.

Überblick in Zahlen

Die beste Zahlenbasis ist die nationale Erhebung der NACADA, der kenianischen Behörde für die Kampagne gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch. Sie wird alle fünf Jahre durchgeführt, zuletzt 2022, und befragt Menschen zwischen 15 und 65 Jahren in allen 47 Counties. Ausgewertet wurden 3.314 Interviews. Das ist eine Haushaltsbefragung: Wer auf der Straße lebt oder nicht antworten will, fehlt darin. Die Werte sind also eher Untergrenzen. „Aktueller Konsum“ meint dabei den Gebrauch in den letzten 30 Tagen.

Kenia insgesamt: Laut NACADA nutzten 2022 17,5 Prozent der 15- bis 65-Jährigen aktuell mindestens eine Substanz, das sind hochgerechnet rund 4,7 Millionen Menschen. Am weitesten verbreitet ist Alkohol (11,8 Prozent), danach Tabak (8,5), Khat (3,6) und Cannabis (1,9).

Aktueller Konsum (15 bis 65 Jahre), Kenia gesamt und Region Nairobi. Quelle: NACADA, National Survey on the Status of Drugs and Substance Use in Kenya 2022, Kurzfassung.

In Nairobi liegt der Anteil derer, die mindestens eine Substanz nutzen, mit 19,1 Prozent etwas über dem Landesschnitt. Mehrfachkonsum, also mehrere Substanzen gleichzeitig, liegt in Nairobi bei 8,4 Prozent, nach der Küstenregion mit 10,5 Prozent.

Die Substanzen einzeln

Nairobi hat laut NACADA den höchsten Anteil beim industriell hergestellten, legalen Alkohol (10,3 Prozent). Beim gesamten Alkoholkonsum und beim illegal gebrannten Chang’aa liegen dagegen andere Regionen vorn, vor allem Western. Chang’aa ist ein traditionell destillierter Schnaps; das Alcoholic Drinks Control Act 2010 erlaubt solche Getränke nur mit Lizenz. Dasselbe Gesetz verbietet, Alkohol wissentlich an unter 18-Jährige abzugeben (Paragraf 28); darauf stehen bis zu 150.000 Schilling Geldstrafe, bis zu einem Jahr Haft oder beides. 67,4 Prozent der Befragten in Nairobi hatten den Eindruck, dass in ihrem Umfeld mehr Minderjährige trinken; das ist ein Wahrnehmungswert, keine Messung.

Regelmäßig in den Nachrichten ist der sogenannte „second generation“-Alkohol, billige Spirituosen in kleinen Beuteln oder Flaschen. Im März 2024 setzte die Regierung laut The Standard alle Lizenzen der Hersteller aus; sie mussten sich neu bewerben.

Das tödlichste Risiko ist gepanschter Alkohol. Methanol, ein billiger technischer Alkohol, wird manchmal zugesetzt, um Getränke stärker zu machen; schon kleine Mengen können zu Blindheit und Tod führen. Im Mai 2014 starben nach einer Auswertung von Ärzte ohne Grenzen (PLOS One, 2016) in Zentralkenia 100 von 341 Vergifteten, im Juli 2014 in Westkenia 26 von 126. Die Regierung riet laut BBC von Alkohol aus Beuteln, Plastikflaschen und Kanistern ab. Die Daten sind über zehn Jahre alt. Im Februar 2024 starben im Kirinyaga-County laut Daily Nation mindestens 17 Menschen nach dem Konsum eines verunreinigten Getränks; ob Methanol die Ursache war, ist in den Berichten nicht belegt.

Methanolvergiftungen in Kenia 2014 (Daten von 2014, veraltet). Quelle: Rostrup et al., PLOS One 2016.

Khat, Miraa, Jaba, Muguka

Khat heißt in Kenia Miraa, umgangssprachlich auch Jaba; Muguka ist eine billigere und stärkere Sorte. Die Blätter enthalten die anregenden Wirkstoffe Cathinon und Cathin. In Nairobi kauen nach NACADA 4,9 Prozent der Erwachsenen aktuell Khat, landesweit 3,6 Prozent, hochgerechnet rund 965.000 Menschen. Ein ZDF-Bericht nennt 650.000 regelmäßig Konsumierende. Die Zahl dürfte anders definiert sein; eine Quelle nennt das ZDF dafür nicht.

Khatstrauch (Catha edulis). Bildnachweis: Katpatuka, gemeinfrei (Public Domain), Wikimedia Commons.

Khat ist in Kenia legal. Als drei Küsten-Counties im Mai 2024 Muguka verboten, erklärte Präsident Ruto die Verbote laut BBC für nichtig: Muguka sei nach dem Crops Act 2013 und den Miraa Regulations 2023 eine zugelassene Nutzpflanze. Neu ist, dass Khat in Nairobi auch als Saft verkauft wird. Ein Hersteller begann damit 2019 und vertreibt seine Flaschen über Spirituosenläden in Nairobi, Mombasa und Eldoret, berichtete Farmers Review Africa 2023. Für Säfte aus Khat gibt es laut dem Hersteller noch keine eigenen Regeln.

Cannabis

Auffällig ist vor allem Cannabis (in Kenia meist „bhang“ genannt). Mit 6,3 Prozent aktuellem Konsum liegt Nairobi weit vor allen anderen Regionen; Nyanza folgt mit 2,4 Prozent. Landesweit hat sich die Zahl der Cannabis-Konsumierenden laut NACADA innerhalb von fünf Jahren um 90 Prozent erhöht. Fast die Hälfte der aktuellen Konsumierenden (47,4 Prozent) stufte die Erhebung als abhängig ein.

Heroin und Injektionen

Heroin und Kokain spielen in der Haushaltsbefragung kaum eine Rolle; weniger als ein Prozent hat sie laut NACADA jemals genommen. In bestimmten Gruppen sind die Folgen aber schwer. Kenia liegt an der „Südroute“, über die afghanisches Heroin auf Daus über den Indischen Ozean nach Ostafrika kommt. Das UNODC schreibt allerdings, zuletzt gehe davon „little for Kenya“, das meiste nach Mosambik und Tansania. Die Mitgliedsländer berichten trotzdem von einer gefühlt steigenden Nachfrage, die sich mangels Daten schwer messen lasse.

Wie viele Menschen in Nairobi Drogen spritzen, lässt sich nur schätzen. Eine Kartierung des nationalen HIV-Programms NASCOP von 2018 (veröffentlicht 2024) kam landesweit auf rund 16.063 Menschen, die Drogen injizieren; 31 Prozent davon in Nairobi, 85 Prozent Männer, 11 Prozent unter 18 Jahren. Gezählt wurde nur, wer an bekannten Treffpunkten anzutreffen war. Ein Modellbericht der kenianischen Aids-Behörde NSDCC von 2024 rechnet mit einer nationalen Schätzung von 26.673.

Inhalanzien bei Kindern auf der Straße

Über Kinder auf der Straße gibt es wenig aktuelle Daten. Eine ethnografische Arbeit von 2010 aus Ruiru am Stadtrand von Nairobi beschreibt das Schnüffeln von Schusterkleber als Teil des Alltags. Die Kinder nutzen ihn gegen Hunger, Kälte und Scham. Die dort zitierte Zahl von über 60.000 Straßenkindern in Nairobi stammt von 2004 und ist veraltet.

Shisha und Tabak

Shisha ist seit Dezember 2017 verboten. Die Public Health (Control of Shisha Smoking) Rules untersagen Import, Herstellung, Verkauf und Konsum. Eine 2021 veröffentlichte Studie besuchte 200 Lokale in Nairobi: 81,5 Prozent hielten sich an das Verbot, in 16,5 Prozent wurde trotzdem Shisha geraucht, in Clubs häufiger als in Restaurants.

Wer konsumiert

Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen: Bei Männern war es jeder Dritte, bei Frauen jede Sechzehnte. Nairobi hebt sich vor allem bei Cannabis und legalem Alkohol vom Rest des Landes ab, Chang’aa ist dagegen in Regionen wie Western verbreiteter.

Junge Erwachsene an Hochschulen konsumieren auffallend häufig. In einer Studie unter Erstsemestern der University of Nairobi (PLOS One, 2020, Daten 2018/19) hatten 25,4 Prozent schon einmal Alkohol oder andere Substanzen genommen; Frauen seltener als Männer. Eine landesweite NACADA-Erhebung unter 15.678 Studierenden von 2024 fand für den letzten Monat: 26,6 Prozent mindestens eine Substanz, 18,6 Prozent Alkohol, 10,7 Prozent Cannabis und 10,2 Prozent Khat. Gesonderte Werte für Nairobi nennt die Kurzfassung nicht.

Studierende in Kenia, Konsum im letzten Monat. Quelle: NACADA, Status of Drugs and Substance Use among University Students in Kenya 2024, Kurzfassung.

Gesundheit und HIV

Für Menschen, die in Nairobi Drogen spritzen, ist HIV das größte Risiko. Eine Studie mit Daten von 2011 fand eine HIV-Prävalenz von 18,7 Prozent. Eine spätere Erhebung (BMC Public Health, 2021) kam für Nairobi auf 18,3 Prozent; bei Frauen lag der Wert bei 44,5 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung waren es laut einer Studie von 2021 4,5 Prozent. Prävalenz bezeichnet den Anteil der Menschen, die zu einem Zeitpunkt infiziert sind.

HIV-Prävalenz im Vergleich. Quellen: BMC Public Health 2021 (Menschen, die Drogen spritzen), J Subst Abuse Treat 2021 (Gesamtbevölkerung).

Der NSDCC-Bericht von 2024 zählt Nairobi zu den Counties mit den meisten HIV-Neuinfektionen bei Menschen, die Drogen spritzen, neben Mombasa und Kilifi.

Recht und Polizei

Das zentrale Gesetz ist der Narcotic Drugs and Psychotropic Substances (Control) Act von 1994, zuletzt 2022 geändert. Besitz von Cannabis ist strafbar. Weist die Person nach, dass es nur zum Eigenverbrauch bestimmt war, drohen bis zu fünf Jahre Haft oder bis zu 100.000 Schilling Geldstrafe. Für andere Betäubungsmittel wie Heroin sieht das Gesetz schon bei weniger als einem Gramm mindestens fünf Millionen Schilling oder mindestens fünf Jahre Haft oder beides vor. Gerichte können zusätzlich eine Behandlung von mindestens sechs Monaten anordnen. Belastbare aktuelle Zahlen zu Festnahmen und Beschlagnahmungen in Nairobi habe ich in offiziellen Quellen nicht gefunden.

Hilfe und Schadensminderung

Kenia setzt auch auf Schadensminderung (englisch „harm reduction“): Angebote, die Gesundheitsschäden verringern, ohne Abstinenz vorauszusetzen. 2014 eröffnete am Mathari-Krankenhaus in Nairobi die erste Klinik des Landes für medikamentengestützte Behandlung (MAT) mit Methadon, 2017 folgte eine zweite im Ngara Health Centre. Laut dem Ciheb der University of Maryland, das beide mit aufgebaut hat, waren dort bis Januar 2021 insgesamt 2.262 Menschen aufgenommen, 1.137 kamen täglich. Die Kliniken bieten außerdem HIV-Tests, HIV-Therapie, Hepatitis- und Tuberkulosebehandlung sowie Hilfe bei Überdosierung. Das Grundprinzip beschreibt Ciheb so: Abstinenz sei keine Voraussetzung für Hilfe. Daneben gibt es Nadel- und Spritzenprogramme (Studie, 2021). Die Studie zu 679 HIV-positiven Menschen, die Drogen spritzen, zeigt den Nutzen: Mit Methadon waren 96 Prozent in HIV-Therapie und 78 Prozent hatten eine unterdrückte Viruslast, ohne Methadon waren es 87 und 65 Prozent.

Wer in Kenia Hilfe sucht, kann die kostenlose Hotline 1192 der NACADA anrufen. Sie ist laut Servicecharta der Behörde rund um die Uhr erreichbar und vermittelt Beratung und Therapieplätze; Ende 2025 meldete die NACADA nach einer Unterbrechung den vollen Betrieb der Hotline.

Ausblick

Kenia setzt zugleich auf Verbote und Lizenzsperren sowie auf Methadon und Spritzentausch. Die nächste nationale NACADA-Erhebung wäre turnusgemäß 2027 fällig und dürfte zeigen, ob der Cannabis-Anstieg anhält.

Was offen bleibt

Die NACADA-Erhebung 2022 ist die einzige große Datenbasis; wie sich Saft-Khat oder die Lizenzsperre von 2024 auf den Konsum ausgewirkt haben, misst bisher niemand.

Quellen

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