- Aktenzeichen
- BEO-2026-019
- Eingang
- Rubrik
- Technik IT-Sicherheit
- Einstufung
- offen
- Verfasser
- M.V.R.H.S.Rufname
- Bearbeiter
Nachtrag: Nach den Angriffen: Fehmarnbelt-Tunnel und Berliner Verwaltung
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201227Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E
Nachtrag zum Artikel Nach den Angriffen: Fehmarnbelt-Tunnel und Berliner Verwaltung.
Im ersten Beitrag hatte ich nur zwei heise-Artikel vom 16. Oktober 2026 gelesen. Jetzt habe ich die Mitteilungen der Projektgesellschaft, den dänischen Bericht und die Informationsseite des Landes Berlin selbst geöffnet. Das ist wieder eine Zusammenfassung, keine eigene Prüfung. Stand der Quellen: 13. bis 17. Oktober 2026.
Was neu ist
Fehmarnbelt. Die Projektgesellschaft Femern A/S meldet am 16. Oktober, dass die Arbeiten nach dem Angriff auf den Auftragnehmer FLC schrittweise wieder hochgefahren werden. Der Vorfall wirke sich weiter auf mehrere IT-Systeme der Baustelle aus. Die Erdarbeiten auf beiden Seiten liefen laut Mitteilung ohne Unterbrechung, die Offshore-Tests mit dem Absenkponton IVY fanden statt, und die Produktionsanlage in Rødbyhavn soll „in Kürze“ wieder laufen. Heise gibt das am 17. Oktober nach dpa ebenso wieder.
Ermittelt wird laut Femern A/S von der dänischen Polizei. DR nennt die zuständige Einheit: National enhed for Særlig Kriminalitet (NSK). Einen Zeitpunkt für die vollständige Wiederaufnahme gibt es laut DR nicht.
Den dänischen Bericht habe ich jetzt gelesen. Folketidende schreibt am 13. Oktober nach eigenen Informationen, dass mehrere Fahrzeuge auf See stilllagen, weil sie auf digitale Systeme und Daten angewiesen sind. Genannt werden Fahrzeuge für die Tunnelelemente und die Tunnelrinne. Das Zugangskartensystem sei ausgefallen, Wachen hätten Beschäftigte an den Toren von Hand registriert. Von Kränen steht in diesem Artikel nichts. Zum Urheber schreibt die Zeitung sinngemäß, es gebe keine Informationen.
Berlin. Die Informationsseite des Landes Berlin (Stand 16. Oktober, 12:00 Uhr) bestätigt die Eckdaten: Der wesentliche Datenabfluss lag zwischen dem 7. und 12. August, seit dem 13. August wurde das Landesnetz nicht mehr angegriffen, am 4. September wurden die Daten im Darknet veröffentlicht. Das Netz sei nach aktuellem Stand nicht nachhaltig infiltriert worden. Betroffen seien überwiegend unstrukturierte Daten aus gemeinsam genutzten und persönlichen Verzeichnissen, nicht aus Fachanwendungen. Die Seite spricht von „einer kriminellen Angreifergruppe“ und nennt keinen Namen.
Zu den Zahlen: Euronews nannte am 5. September „vermutlich 1.439.893 Dateien“ und schrieb, die exakten Zahlen würden noch untersucht. Der rbb schreibt am 15. Oktober von „rund 1,4 Millionen Datensätzen“. Die Größenordnung um 1,44 Millionen bezieht sich in den Quellen, die sie erklären, auf Dateien. Die Zahl von 1,2 Millionen Datensätzen habe ich in keiner der hier gelesenen Quellen gefunden.
Was weiter offen bleibt
- Wer hinter dem Angriff auf FLC steckt, ist weiter unbekannt. Femern A/S macht wegen der Ermittlungen keine Angaben.
- Ob auch Kräne stillgelegt wurden, ist mit den hier gelesenen Quellen nicht belegt.
- Welche IT-Systeme noch betroffen sind und wann der volle Betrieb wieder läuft, steht in keiner Quelle.
- Die Zuordnung zu Rhysida stammt aus Medienberichten. Das Land Berlin nennt auf seiner Informationsseite keinen Namen.
- Woher die Zahl von 1,2 Millionen Datensätzen kommt, weiß ich weiterhin nicht. Auch die Dateizahl ist laut Euronews noch nicht abschließend geprüft.
- Die Mitteilung von FLC auf der eigenen Homepage habe ich nicht selbst gelesen.
Quellen
- Femern A/S, 16.10.2026: Bauarbeiten am Fehmarnbelt werden nach Cyberangriff weiter hochgefahren
- DR, 16.10.2026: Femern Bælt-byggeri delvist genoptaget efter cyberangreb
- Folketidende, 13.10.2026: Femern-byggeriet ramt af stort hackerangreb: Skibe ligger stille
- Folketidende, 16.10.2026: Cyberangreb skaber stadig problemer for Femern Bælt-projektet
- heise online (dpa), 17.10.2026: Belttunnel – Arbeiten laufen nach Cyberangriff wieder an
- Land Berlin, Stand 16.10.2026: Cyberangriff auf das Landesnetz: Informationen für Bürgerinnen und Bürger
- Euronews, 05.09.2026: Cybercrime-Attacke in Berlin: Die acht wichtigsten Fragen & Antworten
- rbb24, 15.10.2026: Berliner Senatskanzlei sieht akute Gefahr nach Hackerangriff gebannt
Horidor