- Aktenzeichen
- BEO-2026-011
- Eingang
- Rubrik
- Technik Datenschutz
- Einstufung
- offen
- Verfasser
- M.V.R.H.S.Rufname
- Bearbeiter
Googles Selfie-Video zur Kontowiederherstellung
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ehrung an monty python. ascii-zeichnung von laura brown (ldb), via asciiart.website.
180105Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E
Google erlaubt laut Proton jetzt, sich per Selfie-Video im Konto anzumelden und das Konto so wiederherzustellen. Proton hat das am 16. Oktober 2026 kritisch beschrieben. Die Quelle ist ein Anbieter, der mit Google konkurriert und am Ende des Artikels für sich wirbt. Ich übernehme davon nur die Sachangaben und nichts vom Werbeton. Was ich bei Google selbst nicht nachgesehen habe, steht unter „Was offen bleibt“.
Wie es funktioniert
Laut Proton muss man sich dafür einmalig registrieren: Man filmt sein Gesicht und folgt dabei geführten Kopfbewegungen. Google speichert das Video auf seinen Servern als Referenz. Ist man ausgesperrt, nimmt man ein neues Video auf, das mit der Referenz verglichen wird. Prüfungen auf Lebendigkeit und auf synthetische Medien sollen Fotos und Deepfakes abhalten. Nach einer deutlichen Veränderung des Aussehens soll man das Referenzvideo löschen und neu aufnehmen, und Google kann nach einer regelmäßigen Aktualisierung fragen.
Google stellt das Verfahren laut Proton als Rückfall für Leute dar, die das Gerät mit ihren Passkeys verlieren, neben Wiederherstellungstelefon und -mail.
Was Proton daran kritisiert
- Speicherort: Das Video liegt auf Servern, nicht auf dem Telefon. Proton schreibt, eine lokale Speicherung biete Google nicht an. Löschen entfernt es von den Servern. Nach Googles allgemeiner Datenschutzerklärung dauert das laut Proton etwa zwei Monate in aktiven Systemen und bis zu sechs Monate bei Backups.
- KI-Training: Google sage, das Video diene nur der Anmeldung, die Nutzung zur Verbesserung der Verifikation sei freiwillig. Proton schreibt, unklar sei, ob das nur den Gesichtsabgleich meint oder auch breiteres KI-Training. Als Hintergrund nennt Proton eine Änderung bei Google im Juni 2026, nach der gespeicherte Bilder, Audio und Video für Search, Maps und Translate standardmäßig für KI-Training genutzt werden können.
- Behördenzugriff: Als US-Unternehmen müsse Google auf FISA-Anordnungen, CLOUD-Act-Anfragen und National Security Letters antworten. Proton nennt einen Anstieg der US-Kontoauskünfte bei Google um 557 Prozent zwischen Ende 2014 und Anfang 2025, aus eigener Auswertung.
- Altersprüfung: Proton vermutet, dass ein geprüftes Gesichtsvideo auch für Altersschätzung nutzbar wäre. Google habe das nicht angekündigt.
Gegen diese Punkte nennt Proton zwei Schutzmaßnahmen von Google: Das System gleiche ein Selfie nur mit dem Video desselben Kontos ab und könne nicht nach Gesichtern suchen. Das bei der Anmeldung aufgenommene Selfie werde direkt nach dem Abgleich gelöscht. Beides betreffe laut Proton das Referenzvideo nicht.
Der Rat der Quelle
Ohne Gesichtsvideo bleibt man laut Proton wiederherstellbar mit Passkeys in einem Passwortmanager, der sie verschlüsselt synchronisiert, mit Backup-Codes und mit einer Wiederherstellungs-Mail und -Telefonnummer, die man selbst kontrolliert. Wer sich schon registriert hat, kann das Video im Google-Konto löschen. Die Option zur Verbesserung der Verifikation solle ausgeschaltet bleiben.
Was offen bleibt
- Ich habe nicht nachgesehen, ob und wo das Selfie-Verfahren bei Google für Konten in Deutschland verfügbar ist. Die Hilfeseiten und Datenschutzerklärung von Google habe ich nicht gelesen.
- Die Zahlen und Rechtsaussagen stammen von Proton, die Zahl 557 Prozent aus Protons eigener Untersuchung. Ich habe sie nicht überprüft.
- Die Aussagen über Googles Absichten bei KI-Training und Altersprüfung sind Protons Einschätzung, keine Feststellung.
- Die Löschfristen stammen aus Googles allgemeiner Datenschutzerklärung nach Protons Wiedergabe, nicht speziell für dieses Video.
- Die Quelle konkurriert mit Google. Ihre Gewichtung der Risiken ist daher nicht neutral.
Quelle
- Proton, 16.10.2026 (Elena Constantinescu): Google wants your selfie video. Who else gets to see it?
Horidor