- Aktenzeichen
- BEO-2026-008
- Eingang
- Rubrik
- Technik Technik
- Einstufung
- offen
- Verfasser
- M.V.R.H.S.Rufname
- Bearbeiter
Canon Communicator CC-7S: Tippen auf Papierstreifen, heute auf dem Tablet
.-. .-.
/ \ / \
| / \ | | / \ |
|| || || ||
|| || || ||
.-' ' - ' '-.
,' .--. .--. '.
.-. | _ | ___ | _ | ,.-.
( \ .(_).' \ / .(_).' / )
>- '--------\_|_/--------' -<
(_ .-------------------------. _)
`--- ---'-,
/ .-'''-. ';
; / ', \ Rabbit of
) / - y=, Caerbannog
_/ / /\ ' ; c
((((_/(((_______/_;,v=" ldb
ehrung an monty python. ascii-zeichnung von laura brown (ldb), via asciiart.website.
171105Z oct 26 · 51.7275 N, 11.5148 E
Ein Koffer, darin ein Canon Communicator CC-7S. Wofür war das Gerät gedacht, wie hat man es benutzt, und was nimmt man heute dafür? Dieser Beitrag beruht auf meinen Fotos und auf Quellen von 1980 bis 2026. Einen Funktionstest gibt es nicht. Was ich nicht belegen konnte, steht unter „Was offen bleibt“.

Was im Koffer liegt
- Canon Communicator CC-7S mit aufgesetztem Display DU-7
- ein Zusatzgerät mit der Aufschrift „Juno“
- ein Adapter mit zwei Sub-D-Steckern
- ein Netzteil
Auf dem Typenschild stehen: Canon Communicator CC-7S, D.C. 6 V, 2,0 W, Nr. 731102, Ladegerät Canon CH-1A.

Wie man ihn früher benutzt hat
Canon kündigte den Communicator 1974 als tragbaren „Tape-Writer“ für Sprechbehinderte an (Canon-Firmengeschichte). Wer nicht sprechen oder schreiben konnte, tippte auf der kleinen Tastatur. Das Gerät druckte die Zeichen sofort auf einen schmalen Papierstreifen. Den riss man ab und gab ihn dem Gegenüber. Das beschreiben mehrere Museums- und Hilfsmitteldatenbanken gleich.
Eingesetzt wurde er in der Reha und in der Intensivmedizin. Ein deutscher Fachartikel von 1980 beschreibt ihn als Verständigungsmittel für Intensivpatienten, die nicht sprechen können. Die Papierstreifen ließen sich in die Patientenakte legen. Eine Studie mit 13 Erwachsenen mit schweren Sprechstörungen (ALS, Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Zerebralparese) kommt zu dem Ergebnis: 11 von 13 nutzten den Canon weiter häufiger als andere Systeme. Gemeldet wurde nur ein Fehler, und zwar bei der Stromversorgung.
Zum CC-7S nennt eine italienische Hilfsmitteldatenbank unter anderem:
- 26 Buchstabentasten, dazu Sonderzeichen und Satzzeichen
- Papierstreifen mit 6 mm Breite
- Speicher für 7000 Zeichen
- 240 Sekunden Sprachspeicher
- Eingabe auch über Zeilen-/Spalten-Abtastung mit einem externen Taster
- Anschluss an die serielle Schnittstelle (RS-232) eines Computers per Kabel
- Akku mit 6 bis 7 Stunden Laufzeit
Die französische Datenbank Retro-AAC nennt 7000 Zeichen Speicher und etwa 8 Stunden Akku, dazu eine mögliche Kopplung mit externer Sprachsynthese und einen Anschluss an Schreibmaschine oder Drucker.
Was man heute dafür nimmt
Die Aufgabe heißt heute unterstützte Kommunikation. Der Papierstreifen ist weg, geblieben ist die Tastatur oder die Symboltafel. Das REHADAT-Hilfsmittelverzeichnis führt unter „Kommunikatoren“ mobile Geräte, bei denen Tasten oder Felder mit Wörtern belegt sind und beim Drücken vorgelesen werden. Alternativ gibt es Tastaturen, auf denen man Nachrichten schreibt und eine Sprachausgabe sie vorliest. Beispiele dort: MyCORE von Tobii Dynavox und der Talk Pad mit der App Grid für das iPad.
Ein weiteres Beispiel ist das Konnex 7s von to signify: ein Apple-Tablet mit 8,3 Zoll in einer Schutzhülle, mit Lautsprechern, WLAN und Bluetooth, laut Hersteller bis zu 10 Stunden Akku. Die Anpassung läuft über Software, und Zubehör wie Tastaturen oder Taster lässt sich anschließen. Das Gerät hat die Hilfsmittelnummer 16.99.03.2073. Das ist die Angabe des Herstellers, nicht meine Prüfung.
Der Unterschied in einem Satz: früher gab es ein Gerät, das nur Text auf Papier druckte, heute ein Tablet, das den Text spricht und sich per Software auf den Nutzer einstellen lässt.
Was offen bleibt
- Wofür das Zusatzgerät „Juno“ in diesem Koffer dient, konnte ich nicht klären. Die Treffer zu „Juno“ betreffen Klassenraum-Audio und Projektorsteuerung und haben mit dem CC-7S nichts erkennbar zu tun. Ob es überhaupt zum Canon gehört, ist ungeprüft.
- Wofür der Adapter mit den zwei Sub-D-Steckern gebraucht wurde, ist ungeprüft. Die Quellen nennen eine serielle Schnittstelle (RS-232) beim CC-7S, ein Beleg für genau diesen Adapter ist das nicht.
- Was das Display DU-7 genau kann, habe ich nicht belegt. Ich kenne nur die Aufschrift auf dem Gerät.
- Das Baujahr meines Exemplars ist unbekannt. 1974 gilt für die Ankündigung des ersten Communicators, nicht für den CC-7S.
- Die Angaben zu Gewicht und Akkulaufzeit widersprechen sich zwischen den Quellen (etwa 300 g oder 500 g, 6 bis 7 oder etwa 8 Stunden). Ich nenne daher nur den Streifen von 6 mm und den Speicher von 7000 Zeichen, die in zwei Quellen übereinstimmen beziehungsweise sich nicht widersprechen.
- Ob das Gerät noch funktioniert, ob der Akku noch lädt und ob das Ladegerät CH-1A im Koffer liegt, habe ich nicht geprüft.
- Die Hilfsmittelangaben zu Konnex 7s, MyCORE und Talk Pad sind Herstellerangaben und eine Auswahl, keine Marktübersicht und keine Empfehlung.
Quellen
- Canon Global, o. D.: The History of Canon 1962-1975
- Wittenburg, Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin, 1980: Der Canon Communicator als Verständigungsmittel für Intensivpatienten
- PubMed: Canon communicator use by adults: a retrospective study
- Health Museum of South Australia (eHive): Equipment: Canon Communicator
- UILDM Padova, o. D. (Sekundärquelle): Ausili informatici – Comunicatori
- Retro-AAC, 22.11.2020 (Sekundärquelle): Canon Communicator
- REHADAT-Hilfsmittel: Kommunikatoren
- to signify: Konnex 7s
Horidor